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Oswaldts Geschichten 02

Und noch einmal etwas von Oswaldt von Lavena aus dem Rollenspiel Ritterheere.de.

Okok – der Text ist historisch und vielleicht sogar politissch eeeetwas unkorrekt. Aber wir befinden uns im 11. Jahrhundert in Russland und man kann froh sein, wenn die nicht glauben, die Erde wäre ne Hohlkugel.

Im Augenblick befinden sich die Susdaler Recken im Krieg mit Byzanz, Bulgarien, Mazedonien und so fort. Viel Spaß!

Was sind Byzanzen?

03. August 2013

Etwas später saßen sie zu dritt bei süßen Getränken. Oswaldts Schatten, der gelehrte Wappenkundler Pawel Okni hatte eine Karaffe besten Krimweines mitgebracht. Der Bursche Kyrill saß schon etwas betrunken auf seinem Stroh. 
 „Wie sind sie eigentlich, diese Byzanzen? Petschenegen kenn ich ja, aber Byzanzen?“ fragte er, „angeblich… angeblich fehlen einigen von ihnen die… na….“
 „Die Eier Kyrill. Und es heißt Byzantiner. Pawel, du bist doch weit herumgekommen“ sagte Oswaldt, „erzähl uns doch etwas über die Byzantiner.“ 
 Der Angesprochene nahm einen tiefen Hieb aus seinem Tonkrug, rülpste vernehmlich und antwortete: 
„Tjaja die Byzantiner. Eigentlich sind es Griechen und früher waren es eigentlich Römer, aber keine echten Römer, sondern Oströmer!“ 
„Malenki unübersichtlich!“ warf Oswaldt ein. „Und ich glaub nicht, dass Kyrill weiß, wer die Römer waren.“ 
„Nun Herr und Tschelowek Kyrill, die Römer. Sie waren das mächtigste Volk, dass je die Welt beherrschte, von Schottland bis Petschenegien, von Iberien bis Sachsenland!“ 
„Außer Russland!“ 
„Sicher, uns Russen haben sie nie unterworfen! Aber bitte keine Unterbrechungen mehr!
Als die Römer alle ihre Nachbarn unterworfen hatten, wurden viele von ihnen faul. Sie soffen nur noch, schlugen ihre Bauern, aßen und kotzten und aßen und feierten Orginen…“ 
„Was sind Orginien?“ 
„OrgiNEN! Na …. so etwas wie Nacktfeiern…. Einige aber mussten sich ums Land kümmern. Diese waren Krieger und weise Bojaren und sie beschwerten sich bei ihrem Zar Konstantin. Und er unternahm etwas.
Die Ritter, die nur noch feiern wollten, verfrachtete er alle in eine Burg namens Byzanz und baute eine große Mauer darum. Dort konnten sie ungestört Orginen machen was sie auch jauchzend taten. Die guten Ritter nannten der Zar Weströmer und die faulen Oströmer. Das gefiel diesen aber nicht. Sie nannten sich unverfroren nach ihrem Gefängnis Byzantiner.
Nun  – das ging ein Weilchen gut. Dann kamen aus dem weiten Osten ein wütendes und kampflustiges Volk. Die hießen Hunnen. Ihr König Attila Etzelowitsch hatte gehört, die Römer seien ein starkes Volk. Also zog er gegen sie in den Krieg. Zuerst kam er bei den Oströmern an, aber die versicherten ihm, dass sie Byzantiner seien. Attila zog weiter und legte Rom in Schutt und Asche. Dann verschwanden die Hunnen.“ 
„Einfach so?“ 
„Einfach so! Wahrscheinlich aber ritten sie zurück dahin von wo sie gekommen waren.
So blieben nur die Byzantiner übrig. Sie hatten ihre hohe Mauer und viel Geld. Und feierten und feierten“ 
„Gar nich so übel!“ sinnierte Oswaldt… 
„Naja Herr, sie wurde merkwürdig. Ihre Frauen sperrten sie in große Schlösser und ließen sie von ihren Soldaten bewachen. Damit diese aber sich nicht an die schönen Frauen vergingen, ließen sie allen Soldaten die Hoden entfernen!“ 
„Waaaaaaaaaaas? Aua!“ 
„Ja, sehr aua sogar. Aber einer der Generäle, er hieß Narses, wurde sauer…“ 
„Weil se ihm die Eier abgeschnitten hatten?“ 
„Weil se ihm die Eier abgeschnitten hatten. Er schmuggelte heimlich alle schönen Frauen aus der Stadt. Nun waren keine Weiber mehr für die Orginen übrig, also wurden die Byzantiner Hinterlader…“ 
„Was sind Hinterlader“ fragte Kyrill ahnungslos. 
Byzantiner
„Schwule! Kyrill! Sodomiten, Knabenliebhaber, warme Brüder“ sagte grinsend Oswaldt. 
„Genau Herr, so sagt man. Und das sind sie immer noch! Also Kyrill, Tschelowek, gerate nie in die Hände der Byzantiner. Die stecken dich in ein Hurenhaus und dann geht’s rund!!!“ 
„Du willst also sagen, Pawel, die Byzantiner sind zur Hälfte Sodomiten und zur Hälfte Eunuchen?“ 
„So ist es Herr. Ihre Kinder kaufen sie sich bei ihren Nachbarn!“ 
„Naja, dann wird die Schlacht wohl nich so schlimm.“ lallte Kyrill und verließ das Zelt zum Kotzen. 
 Nach einer kurzen Pause fragte Oswaldt:
 „Und wirklich?“
 Pawel lächelte geheimnisvoll.
 „Tjaaaaa, wirklich sind sie furchterregende Krieger, die durch fehlende Eier schlecht gelaunt sind, sich gegenseitig oft seeeeeehr lieb haben und wirklich gerne Gefangenen machen…“

Oswaldts Geschichten 01

26. Juli 2013

Wie versprochen eine Geschichte aus Oswaldts Leben bei Ritterheere.de Hier wird auf einem Feldzug erklärt, was Schotten sind. Viel Spaß:

Die Wahrheit über die Schotten

Etwas später saßen sie zu dritt bei etws stärkeren Getränken. Oswaldts Schatten, der gelehrte Wappenkundler Pawel Okni hatte eine Karaffe besten Moskauer Wodka mitgebracht. Der Bursche Kyrill saß schlaftrunken auf seinem Stroh. 
 „Wie sind sie eigentlich, diese Schotten?“ fragte er, „angeblich tragen sie Röcke.“
 „Pawel, Du bist doch weit herumgekommen“ sagte Oswaldt, „erzähl uns doch etwas über die Schotten.“
 Der Angesprochene nahm einen tiefen Hieb aus seinem Tonkrug, schmatzte vernehmlich und antwortete:
  „Tjaja die Schotten. Sie sind ein gar merkwürdiges Völkchen. Und sehr dumm. Sie wohnen in Schottland, das ist ein Land so weit im Westen, wie wir im Osten sind.  Ihr erster König war MeckBesch, der mit drei Hexen verheiratet war. Ach ja Meck…
Am liebesten haben die Schotten nämlich ihre Schafe, sehr viel mehr als ihre Frauen. Deshalb nennen sie sich auch alle MeckSoundso…“
 „Aber Meck machen doch Ziegen und nicht Schafe.“ wandte Kyrill ein.
 „Da siehste mal, wie dumm sie sind!“ sagte Okni ungerührt.
Blau
Schotten – wie Pawel sie sah
 „Sie sind so dumm, dass sie nicht mal Hosen nähen können. Außerdem trinken sie schlechten Wodka. Sie strecken ihn mit Sumpfschlamm und nennen ihn dann Wyskie. Der macht so schlimme Blähungen, dass sie Röcke tragen MÜSSEN, wenn Du verstehst was ich meine.“
 „Bessere Entlüftung, ist doch klar.“ war Oswaldts Beitrag zum Gespräch.
 „Genau Herr. Sie sind so dumm, dass sie ihre Seen alle Loch nennen.und wenn sie in den Kampf ziehen, malen sie sich blau an, damit man die Blessuren schlechter sieht.“ 
 „Naja, dann wird die Schlacht wohl nich so schlimm.“ lallte Kyrill und verließ das Zelt zum Wasserlassen. 
 Nach einer kurzen Pause fragte Oswaldt:
 „Und wirklich?“
 Pawel lächelte bitter.
 „Tjaaaaa, wirklich sind sie furchteregende Krieger, die durch eine raue Umwelt, schlammigen Schnaps und ständiges Schafestehlen schlecht gelaunt sind und wirklich keine Gefangenen machen…“

Oswaldt ist tot!

24. Juli 2013

Heute am 5. Mai 1097 starb Oswaldt von Lavena, Graf von Petschora im Alter von stolzen 46 Jahren. Er entschwand in die Wälder von Uchta und ließ vier bekümmerte Kinder zurück.

Tschüss Ossi, Du wirst mir fehlen!

Oswaldt wer?

Für zwei Jahre war Oswaldt von Lavena mein Alter Ego im Webrollenspiel „Ritterheere.de“ Das ist ein Rollenspiel, das gemächlich funktioniert und die Möglichkeit bietet, mit anderen Personen Geschichten zu spinnen und zu schreiben. Gebunden an eine Spieleengine, die Schlachten, Duell und Turniere berechnet, durchlebt der Spieler das abenteuerliche Leben eines Ritters des europäischen Hochmittelalters

Seit 18 Monaten existierte Oswaldt nur noch, aber er hatte eine  wilde Jugend. Ich werde hier in loser Folge die Höhepunkte Oswaldts Geschichte veröffentlichen. Es hat mir viel Spaß gemacht, sie zu schreiben und zu zeichnen. Und dies hat mir gezeigt, dass man auch ohne auf einer Bühne zu stehen, für seine schöpferische Arbeit Applaus bekommen kann.

Zuerst Oswaldts Ende (vollständig hier)

Oswaldts Tot

Oswaldt fühlte einen Hauch, so eisig wie die Felder von Kostroma.
 „Was soll der Unfug Mädel? Willst Du behaupten, Du wärest tot?“
 „Ja Oswaldt. Und die Botschaft Deines Onkels lautet: ‚Komm endlich! Es wird Zeit, dass du Vater und Mutter triffst, dass Du Heim kommst und dass Du alle Mühsal, Schlachten und Turniere hinter Dir lässt… Deine Arbeit in dieser Welt ist vollbracht und Dein Schöpfer muss seine Aufmerksamkeit anderen Dingen widmen“
 Tränen schossen ihm ins Gesicht. Es wurde warm. Und er erwachte.
Oswaldttot
„Ja.“ sagte er ins Dunkel hinein. „Es ist Zeit zu gehen!“
 Er stand auf, zog einen leichten Mantel über, küsste seine Kinder nahm seine Balaleika und trat in die leichte Mailuft.
 „Schön war es am Leben zu sein. Mal sehen, wie das andere wird…“ sprach er lächelnd. Tief holte er Luft, als wolle er ein letztes Mal singen. Aber sein letztes Lied sang er nur für sich…
 Und entschwand.
 Finis